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Kaltstartverhalten
#1
Hi,
ich habe gerade einmal das Forum nach Startproblemen / schlechter Kaltstart entsprechenden Hinweisen durchsucht, aber nichts passendes finden können.
Meine GPZ (D-Modell, Bj. 2002, 26.000km) startet kalt sehr schwierig. Ohne Choke geht nichts, ausschließlich wenn sie richtig warm ist.
Ich muss den Choke bis auf Anschlag herausdrehen und dann einige Zeit orgeln. Hat die Maschine länger gestanden, geht das manchmal bis zum Rande dessen, was die Batterie leisten kann.
Ich muss beim Starten den Choke wirklich bis zum Anschlag drücken, der letzte mm macht den Unterschied.
Habe schon einmal den Tank abgebaut und mir den Verstellbereich des Choke angeschaut. Ich hatte im Verdacht, dass der Choke nachgestellt werden muss, da er vielleicht die Drosselklappe nicht weit genug schließt. Ist aber exakt wie nach Vorgabe mit 2mm Spiel eingestellt.
Kerzen und Kerzenstecker sind neu, Öl ist gerade frisch gewechselt und die Batterie wurde über den Winter mit einem CTEK-Ladegerät gepflegt.
Einmal gestartet verbleibt der Motorlauf erst relativ lange auf einer niedrigen Drehzahl kurz vorm Absterben, bevor er dann langsam die Leerlaufdrehzahl steigert.
Losfahren ohne Choke geht nie. Stimmig aufs Gas reagiert der Motor dann erst nach ca. 1 Minute. Dann drehe ich den Choke auf ca. 1500 Um in runter und fahre los.
Einmal warm ist alles OK. Leerlaufdrehzahl liegt konstant bei 1300 Umin und nimmt super Gas an. Auch Warmstart ist völlig OK.
Hat jemand eine Idee, wie man das Kaltstartverhalten verbessern kann?
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#2
Meine GPZ braucht kalt auch so gut wie immer den Choke zum starten.
Falls sie nicht länger als drei, vier Tage gestanden hat, ist sie dann aber auf den ersten Knopfdruck da. (Ckoke voll gezogen, und bei Startversuch bloß kein Gas geben.)
Steht sie länger, muss ich auch ein bisschen länger orgeln, weil schon zu viel Benzin aus den Schwimmerkammern verdunstet ist.

Mit gezogenem Choke nimmt sie aber kalt fast sofort sauber Gas an, dauert nur ein paar Sekunden, bis die Drehzahl auf ca. 4000 U/min. ansteigt, so dass ich den Choke wieder etwas zurücknehmen muss. Von daher denke ich auch, dass bei Deinem Vergaser was nicht stimmt, Ferndiagnose ist da aber schwierig.

Grüße, rex
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#3
Wo lohnt es sich denn mal, genauer hinzuschauen?
Mal die Vergaser ablassen?
Vergaser gleich komplett reinigen?
Wenn ich über eine Vergaserreinigung beim Händler nachdenken würde: was kostet das wohl mit Ausbau, Reinigung, Einbau und Synchronisation?
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#4
Erst mal den Tank checken: Rost?
Sind die Siebe des Benzinhahns in Ordnung?
Liegen die Schläuche ohne Knick, oder zu enge Biegungen?
Ist ein Zusatzfilter verbaut? Ist der - wenn vorhanden - sauber und in Flussrichtung montiert?
Hat sich mit der Zeit Wasser unter dem Benzin gesammelt (sowohl im Tank, als auch in den Schwimmerkammern zu kontrollieren)?
Wie sieht das Kerzenbild aus? Zu fett, zu mager? Evtl. die Leerlaufgemischschraube einstellen.
Ist der Luftfilter noch durchlässig?
Sind die Gummistutzen alle dicht montiert und nicht porös?
Sind diese Umstände geklärt, kann man den Vergaser mal ausbauen und zerlegen (suche hier nach der PDF-Anleitung "Vergaserzusammenbau") - ist kein Hexenwerk.
Auch ohne U-Schall-Reiniger kann man den Vergaser sehr gut mit haushaltsüblichen Mitteln reinigen: mit einer Spülbürste und warmen Seifenwasser lässt sich der gröbste Dreck entfernen. In der Spülmaschine geht es auch (aber ohne Tab/Pulver - das greift das Alu an).
Düsen kann man mit Kupferlitze, Angelschnur, oder Zahnseide ohne Poliermittel durchziehen (nur nichts aus Hartmetall wie Nähnadeln, Spritzenkanülen, etc., damit die Düsen nicht beschädigt werden).
Von Druckluft halte ich nichts, denn sollte irgendwo ein Krümel Rost/Dreck hängen, bläst man ihn damit im schlimmsten Fall erst richtig fest in einen Kanal/eine Düsenbohrung.
Synchronisieren kann man die Vergaserbank dann mit einer simplen Schlauchwaage.

K.A. was das in der Werkstatt kostet. Da musst du die Werkstatt fragen Wink 
Für um die 50 Euro gibt es U-Schall-Reinigergeräte mit 2 Liter Fassungsvermögen. Da passt ein Vergaser rein. 5 Meter transparenter Schlauch für die Synchro-Waage gibt es für nen 10er.
Mein Herz schlägt links.
www.nachdenkseiten.de
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#5
Stimmt da ist irgendws verdreckt was dein Kaltstartgemisch mager macht, Choke oder LL Düse, wie ist denn das Standgas? kalt / warm
Meine Zetten laufen alle bis 5 Grad oder weniger ohne Choke sauber an, und das bei nem CO von 1-1.5 und E 10 Sprit

Wenns richtig kalt ist, oder die Mühle ne Weile stand, dann habe ich gute Erfahrungen mit folgender Procedere gemacht:
Choke voll ziehen, kein Gas, und dann beim leiern den Choke langsam zurückscheiben bis sie anspringt.
GPZ 500 S A Modelle 4,2 L/100 km    GS 500 E     Z 440     Z440LTD    ZZR 600D    DR 350   Wir sollten mehr nachdenken...vor allem vorher!
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#6
Danke, werde erstmal versuchen die einfachen Dinge abzuchecken und auszuschließen.
Rost im Tank habe ich nicht feststellen können, Bj. ist 2002 und der Tank sieht rostfrei aus.
Luftfilter ist im Spätherbst ausgetauscht worden, Kerzen und Kerzenstecker vor wenigen Wochen.
Die Anleitung zum Vergaserzusammenbau habe ich schon gefunden, habe da aber noch etwas Respekt davor. Für meinen Kenntnisstand eher ein längeres Projekt vorm Winter...
Was haltet Ihr von den erhältlichen Reparatursätzen mit Austauschteilen, die man z.B. bei Louise kaufen kann?
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#7
hab ich nicht viele Erfahrungen, habs nur einmal gebraucht, und da hat es funktioniert.
Ich würde erstaml aufmachen und nachgucken ob es überhaupt nötig ist, wenn die Versager nicht zu sehr misshandelt sind, muss normalerweise höchstens das Schwimmerkammerventil ausgetauscht werden.
Aber hey, hast nichts zum Standgas gesagt.... möglicherweise bringt schon eine halbe Umdrehung fetter an der Gemischschraube LinderungSmile
Trotzdem, es empfielt sich mal in die Versager reinzuschauen
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#8
Lass doch erst mal den Sprit aus den Schwimmerkammern ab,
am Besten in einen weißen Deckel einer Sprühdose. Vorher
Loch zukleben. Da kann man wunderbar sehen, was so in der
Schwimmerkammer drin war, z. B. Dreck oder Wasser. Mach erst
eine Schwimmerkammer leer, dann Motor laufen lassen bis diese
wieder voll ist und dann die andere ablassen. Dann musst Du nicht
so lange orgeln bis wieder Sprit da ist, denn der Benzinhahn hat ja
keine PRI-Stellung. Das ganze würde ich solange wiederholen, bis
nichts auffälliges mehr im Sprit ist.
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#9
Bin im Moment wegen Arbeit und Wetter noch nicht weiter gekommen, aber auf etwas gestoßen:
Was haltet Ihr von Vergaserreiniger als Benzinzusatz?
Z.B. Profi Power max oder Liqui Moly mtx?
Die Bewertungen im Amazonas sind durchweg positiv und für einen Schrauber-Amateur vielleicht einen Versuch wert....
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#10
Ich sag mal: sie schaden nicht. Wahrscheinlich können bis zu einem bestimmten Verhältnis Wasser binden und lösen andere Verbindungen auf. Aber einen Krümel Dreck in einer Düse lösen sie auch nicht in Luft auf.
Wenn es sowas gäbe, dann wäre sowas ja schon im Benzin drin...

Wenn du sagst, dass du Schrauberanfänger bist, dann wäre die sinnvollste Investition eine Tüte Zeit und eine Handvoll Mut und du baust einfach mal den Vergaser aus. Erfahrung ist unbezahlbar und Spass macht es außerdem.
Ich war anfangs auch sehr ängstlich. Aber deshalb kannst du mir glauben, es ist ein wahnsinnig tolles Gefühl, sich zu überwinden und nach getaner Arbeit auf sein Werk zu blicken! Und nach dem 3. Vergaseraus- und Einbau kannst du hier den Neuen deine Tipps geben. Das ist noch viel geiler!

Alles was du brauchst, ist etwas Geduld für die Gaszüge. Die sind etwas fummelig aus- und einzuhängen.
Aber das ist auch alles.
Als erstes machst du die Deckel des Luftfilters ab. Dadurch bekommt der Luftfilterkasten etwas Spiel.
Dann schiebst du die Federn von den Gummistutzen nach hinten.
Dann löst du die Schellen um die anderen Gummistutzen großzügig und schon kannst du den Vergaser rauswackeln.
Die Gaszüge fummel ich bei eingebautem Vergaser mit einem Schrauberzieher raus. Es geht aber auch, wenn der Vergaser schon raus ist (finde ich aber umständlicher). Dabei darf man anfangs ruhig fluchen. Tongue Nach dem 3. Mal fluppt das aber.
Ist wie beim ersten GV Laughing
Mein Herz schlägt links.
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#11
Nochmal zur Frage:

LM-MTX nehme ich schon seit Jahren und es bringt was, wenn man es 
regelmäßig anwendet, so alle 5-10.000 km kippe ich 100 ml auf den
vollen Tank. Manchmal merkt man, dass der Motor danach besser läuft,
oder anders läuft. Wer sein Moped schon länger fährt, der weiß was ich
meine. Ich verwende es immer wenn ich in der nächsten Zeit keine große
Strecke fahre, dann bleibt das Zeugs länger im Vergaser wird ab und an
durchgespült und hat dann auch Zeit zum Wirken.
Einen verdreckten Vergaser wird man nicht sauber bekommen, zaubern
kann das Mittel auch nicht, aber einen Versuch ist es allemal wert, vor
allem wenn der Einsatz mit 2,50 € so gering ist. Also lass den Sprit aus den
Schwimmerkammern ab, wie ich es schon beschrieben habe, dann weißt Du
was im Vergaser los ist. Kommt da glibberige gelbe oder braune Brühe raus,
oder sind da jede Menge Krümel drin, dann brauchst Du das MTX erst gar
nicht versuchen, dann ist erst mal eine Reinigung angesagt. Bei der Reinigung
sind die kleinen Bohrungen am Wichtigsten, denn die wachsen mit der
Zeit zu. Mit Druckluft kann man gut prüfen, ob die durchgängig sind, dafür
eignet sich eine abgewinkelte Ausblaspistole sehr gut. Und keine Angst, das
Dreck sich in den Kanälen festsetzt, wie Ometa befürchtet, ist mir in 40 Jahren
Schrauberei noch nicht passiert. Außerdem hat jede Bohrung einen Anfang
und ein Ende, dann einfach von der anderen Seite blasen. Zur Not mit einer
Kuferlitze (das ist ein einzelner Draht aus einem Kabel) popeln, bis wieder Luft
durch geht.

Gruß c-de-ville
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#12
Vielen Dank für Eure Zeit und Eure Antworten. Ich bin immer wieder erstaunt, wie bereitwillig hier einige sich Zeit nehmen, zu helfen.
Die einfachen Sachen wie das Ablassen der Schwimmerkammern werde ich einmal am Freitag/Samstag testen inkl. LM-MTX in den darauffolgenden Tagen.
Werde berichten....
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#13
Ich habe in den letzten Tagen beide Vergaser abgelassen. Menge war gleich und das Benzin gelblich-klar, ohne Partikel oder Verfärbung.
Jetzt habe ich das Liqui Moly mtx im Tank....
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#14
Update:
Sei es durch die Wetteränderung oder das 2x angewendete LQ MTX, aber die Maschine startet jetzt ziemlich unproblematisch...
Im kalten Zustand Choke ganz raus, einmal den Starter betätigen - und sie läuft.
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#15
Glück gehabt! dann war der Infarkt an der LL Düse noch nicht so schlimmSmile

Hast Du denn mal proBiert ohne Choke zu starten? Sollte bei den Temperaturen eigentlich problemlos gehen!
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