25.06.2008, 17:13
Halli Hallo,
immer wieder taucht die Diskussion auf, ob die preiswerten Unterdruckmessuhren von Moto-Detail (Louis 40euro) zur Vergasersynchronisierung taugen oder nicht. Ich hab solche Dinger und war mir da auch nicht ganz sicher. Darum hab ich die Teile mal mit ins Labor genommen und getestet (ich bin Physik-Student im letzten Semester und schreib am Max-Planck-Institut für chemische Physik fester Stoffe grad meine Diplomarbeit). Es sollte also nicht an guter Mess-Ausrüstung mangeln
Als erstes Mal zur Handhabung. Im Prinzip scheint alles sehr robust zu sein, nur die Lösung zum Anschluss der Gummischläuche an die Messuhren ist unter aller Sau. Hier scheint mir ein großes Ungenauigkeitspotential zu liegen, da die Gummischläuche nur auf ca. 2mm auf die Uhren gesteckt sind.
Die Methode zur Querschnittsreduzierung (man drückt mit ner Rändelschraube einfach ne kleine Kugellagerkugel auf den Schlauch) hat bis jetzt gut funktioniert.
Nun aber zum eigentlich interessanten : Wie genau funktionieren die Messuhren.
Dazu hab ich die Messuhren beide gleichzeitig an eine Turbomolekularpumpe vom Typ Alcatel ACT 200 T angeschlossen. Der Aufbau bis zu den Gummischläuche war ohne systematische Fehler, was man leicht durch Vertauschen der Gummischläuche für die Uhren testen konnte.
Dann habe ich mit der Turbopumpe bis auf 0,1mbar abepumpt und in 50mbar und 100mbar Schritten belüftet.
Was hätte man erwartet, wenn die Uhren perfekt wären: Die Uhren hätten den gleichen Druck wie die Turbopumpe anzeigen müssen und es hätte keine Druckdifferenz geben dürfen (im Graphen durch die rote Linie dargestellt)
Was habe ich gemessen: Meine Uhren gehen nicht gleich. Die linke Uhr hatte immer im Schnitt 15mbar mehr angezeigt als die rechte Uhr. Um das Prozedere beim echten Mopped möglichst realistisch darzustellen, hab ich die Uhren auf ne Pumpe gestellt, damit die Uhren Vibrationen abbekommen und es nicht an einer hakenden Mechanik liegt. Daran lag es aber nicht - im Gegenteil, dann hatte ich im Schnitt 20mbar Druckdifferenz.
Fazit: Ich kann hier nur für meine beiden Uhren sprechen und sagen: Der angezeigte Druck beider Uhren unterscheidet sich im Mittel um 16mbar und der Absolute Druck (den aber niemand interessiert) wird total falsch angezeigt (Fehler bis zu 300mbar).
Grüße
Alex
immer wieder taucht die Diskussion auf, ob die preiswerten Unterdruckmessuhren von Moto-Detail (Louis 40euro) zur Vergasersynchronisierung taugen oder nicht. Ich hab solche Dinger und war mir da auch nicht ganz sicher. Darum hab ich die Teile mal mit ins Labor genommen und getestet (ich bin Physik-Student im letzten Semester und schreib am Max-Planck-Institut für chemische Physik fester Stoffe grad meine Diplomarbeit). Es sollte also nicht an guter Mess-Ausrüstung mangeln

Als erstes Mal zur Handhabung. Im Prinzip scheint alles sehr robust zu sein, nur die Lösung zum Anschluss der Gummischläuche an die Messuhren ist unter aller Sau. Hier scheint mir ein großes Ungenauigkeitspotential zu liegen, da die Gummischläuche nur auf ca. 2mm auf die Uhren gesteckt sind.
Die Methode zur Querschnittsreduzierung (man drückt mit ner Rändelschraube einfach ne kleine Kugellagerkugel auf den Schlauch) hat bis jetzt gut funktioniert.
Nun aber zum eigentlich interessanten : Wie genau funktionieren die Messuhren.
Dazu hab ich die Messuhren beide gleichzeitig an eine Turbomolekularpumpe vom Typ Alcatel ACT 200 T angeschlossen. Der Aufbau bis zu den Gummischläuche war ohne systematische Fehler, was man leicht durch Vertauschen der Gummischläuche für die Uhren testen konnte.
Dann habe ich mit der Turbopumpe bis auf 0,1mbar abepumpt und in 50mbar und 100mbar Schritten belüftet.
Was hätte man erwartet, wenn die Uhren perfekt wären: Die Uhren hätten den gleichen Druck wie die Turbopumpe anzeigen müssen und es hätte keine Druckdifferenz geben dürfen (im Graphen durch die rote Linie dargestellt)
Was habe ich gemessen: Meine Uhren gehen nicht gleich. Die linke Uhr hatte immer im Schnitt 15mbar mehr angezeigt als die rechte Uhr. Um das Prozedere beim echten Mopped möglichst realistisch darzustellen, hab ich die Uhren auf ne Pumpe gestellt, damit die Uhren Vibrationen abbekommen und es nicht an einer hakenden Mechanik liegt. Daran lag es aber nicht - im Gegenteil, dann hatte ich im Schnitt 20mbar Druckdifferenz.
Fazit: Ich kann hier nur für meine beiden Uhren sprechen und sagen: Der angezeigte Druck beider Uhren unterscheidet sich im Mittel um 16mbar und der Absolute Druck (den aber niemand interessiert) wird total falsch angezeigt (Fehler bis zu 300mbar).
Grüße
Alex
EX 500D, Bj.94, 60PS, 51tkm, candy wine red, BT45, Heizgriffe (Daytona), Mini-Blinker (Diamond), ZX6R Spiegel, Stahlflex (vorn und hinten), schwarze MRA Spoilerscheibe, andere Fußrasten, Cobra C3 2in1 Komplettanlage
hier gibts Bildchen: Gallerie
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