05.11.2009, 11:42
Ich denke ähnlich in diesem Bereich. Wenn man am Markt vorbei produziert, bzw. überproduziert müssen irgendwann einzelne Federn lassen. Opel ist leider ein Bauernopfer, weil GM Opels finanzielles Polster für die schwierige Zeit schlichtweg abgeschöpft hat. Aber insgesamt bin ich eigentlich sogar froh um jedes weniger produzierte Auto auf dieser Erde. Das Produktionsstätten schließen müssen ist ein notwendiges Übel und nicht zu vermeiden. Die "Deutschen" kaufen ökologisch betrachtet so schon viel zu viele Neuwagen in viel zu kurzen Abständen - das weiter zu fördern halte ich für falsch. Die Arbeitsplätze müssen langfristig gesehen in andere Branchen verlegt werden und auf andere Fortbewegungsmittel gesetzt werden.
Die Steuergelder wären in einer Restrukturierung der Arbeitsagenturen wesentlich sinnvoller angelegt. Das Betreuungsverhältnis der Arbeitslosen ist unter aller Kanone - die Vermittlungsquote von privaten Arbeitsvermittlern ist viel besser. Langzeitarbeitslose werden von der Arbeitsagentur miserabel vermittelt, weil sie aus Zeitmangel sehr schnell in die Schublade "nicht vermittelbar" gesteckt werden. Wie soll in einem "Vermittlungsgespräch" von 5 Minuten denn für einen Arbeitslosen irgendetwas möglich sein? Zudem muss man dazu übergehen auch weitere Ausbildungen zu finanzieren, wenn die erste Ausbildung schlichtweg nicht mehr gefragt ist. Den Weltmarkt kann die Regierung nicht ändern, aber den Bürgern bei der Arbeitssuche helfen, das könnte sie. Die Schulungen für Arbeitslose sind ein guter Anfang, aber häufig voll daneben, weil sie nicht auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind.
Ein Beispiel: Eine Freundin von mir ist Mediengestalterin. Als sie arbeitssuchend war musste sie von der Arge aus zu Bewerbungstrainings gehen. Dort wurde Ihr dann beigebracht wie eine Bewerbungsmappe auszusehen hat - nur mit dem Problem, dass eine Mediengestalterin mit so einer Standardbewerbung nie im Leben einen Job bekommt. Sie hat sich tierisch über die verlorene Zeit und Steuergelder aufgeregt und Ihre Vermittlerin war auch partout nicht von der Sinnlosigkeit dieser Schulung zu überzeugen.
Leider denken unsere Politiker nur an die nächste Legislaturperiode und nicht weiter. Daher sind langfristige und nachhaltige Investitionen weniger gefragt. Meist rettet man 5000 Arbeitsplätze für 3-4 Jahre und wiegt die Arbeiter in Sicherheit.
Der Automarkt ist übersubventioniert. Man denke nur einmal an die Steuernachlässe für Dienstwagen. Es gibt so viele kleine und mittlere Betriebe die "übermotorisiert" sind, dass die Übersubvention offensichtlich ist. Jeder weitere Subventionseuro ist zu viel des Guten, meiner Meinung nach. Jedesmal, wenn ich so einen Stadtgeländewagen sehe, bekomme ich Wut auf diese Subventionspolitik.
Opel wird nicht sterben - das Wissen und Entwicklungen werden weiterhin existieren, auch ohne den Namen Opel. Die Produktionsanpassung sind nötig und leider muss jemand anfangen. Man kann den Opelanern nur viel Glück wünschen und ich drück allen die Ihre Arbeit verlieren werden viel Mut und Glück für die Arbeitssuche!
Gruß
Simon
Die Steuergelder wären in einer Restrukturierung der Arbeitsagenturen wesentlich sinnvoller angelegt. Das Betreuungsverhältnis der Arbeitslosen ist unter aller Kanone - die Vermittlungsquote von privaten Arbeitsvermittlern ist viel besser. Langzeitarbeitslose werden von der Arbeitsagentur miserabel vermittelt, weil sie aus Zeitmangel sehr schnell in die Schublade "nicht vermittelbar" gesteckt werden. Wie soll in einem "Vermittlungsgespräch" von 5 Minuten denn für einen Arbeitslosen irgendetwas möglich sein? Zudem muss man dazu übergehen auch weitere Ausbildungen zu finanzieren, wenn die erste Ausbildung schlichtweg nicht mehr gefragt ist. Den Weltmarkt kann die Regierung nicht ändern, aber den Bürgern bei der Arbeitssuche helfen, das könnte sie. Die Schulungen für Arbeitslose sind ein guter Anfang, aber häufig voll daneben, weil sie nicht auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind.
Ein Beispiel: Eine Freundin von mir ist Mediengestalterin. Als sie arbeitssuchend war musste sie von der Arge aus zu Bewerbungstrainings gehen. Dort wurde Ihr dann beigebracht wie eine Bewerbungsmappe auszusehen hat - nur mit dem Problem, dass eine Mediengestalterin mit so einer Standardbewerbung nie im Leben einen Job bekommt. Sie hat sich tierisch über die verlorene Zeit und Steuergelder aufgeregt und Ihre Vermittlerin war auch partout nicht von der Sinnlosigkeit dieser Schulung zu überzeugen.
Leider denken unsere Politiker nur an die nächste Legislaturperiode und nicht weiter. Daher sind langfristige und nachhaltige Investitionen weniger gefragt. Meist rettet man 5000 Arbeitsplätze für 3-4 Jahre und wiegt die Arbeiter in Sicherheit.
Der Automarkt ist übersubventioniert. Man denke nur einmal an die Steuernachlässe für Dienstwagen. Es gibt so viele kleine und mittlere Betriebe die "übermotorisiert" sind, dass die Übersubvention offensichtlich ist. Jeder weitere Subventionseuro ist zu viel des Guten, meiner Meinung nach. Jedesmal, wenn ich so einen Stadtgeländewagen sehe, bekomme ich Wut auf diese Subventionspolitik.
Opel wird nicht sterben - das Wissen und Entwicklungen werden weiterhin existieren, auch ohne den Namen Opel. Die Produktionsanpassung sind nötig und leider muss jemand anfangen. Man kann den Opelanern nur viel Glück wünschen und ich drück allen die Ihre Arbeit verlieren werden viel Mut und Glück für die Arbeitssuche!
Gruß
Simon
