27.11.2025, 08:01
Hallo zusammen,
ich möchte hier meine komplette Erfahrung teilen, nachdem ich bei meiner GPZ 500 A Stator und Polrad wechseln musste – und dabei ein Polrad vom D-Modell so angepasst habe, dass es am A-Modell sauber funktioniert. Vielleicht hilft es jemandem, der vor den gleichen Symptomen oder demselben Umbau steht.
Vielleicht nimmt es ja auch dem einen oder anderen die Unsicherheit. Ich war mir anfangs selbst nicht sicher, ob ich mir den Umbau zutraue – aber im Nachhinein war es absolut machbar, wenn man sich Zeit nimmt und das nötige Werkzeug bereitlegt. So kann man vorher gut abschätzen, was man wirklich braucht und dass das alles kein Hexenwerk ist.
1. Ausgangsprobleme – die Symptome
Die Probleme haben sich bei mir langsam eingeschlichen:
Ich habe dann eine USB-Steckdose mit Voltmeter installiert:
2. Stator durchgemessen
Im Winter habe ich endlich alles sauber nachgemessen.
Stator-Widerstände (eingebaut):
Damit war klar: Stator und/ oder Polrad = defekt.
3. Ersatzteile & Werkzeug
Über Kleinanzeigen habe ich besorgt:
4. Zerlegen – der Blick ins Desaster
Bei ca. 5 °C habe ich mich ans Motorrad gestellt:
Am Stator auch Sichtbare Beschädigung von Spulen und Statorblechen.
Polrad abnehmen
Deckel abstecken
Unter der rechten Seitenverkleidung:
5. Stator ausbauen & erneuern
Die Innensechskant-Schrauben des Stators gingen schwer, aber lösbar.
Die Kreuzschlitzschrauben von Pickup & Kabelführung waren härter:
Neuen Stator eingesetzt, Kabel ordentlich verlegt und alle Schrauben mit Schraubensicherung versehen.
6. D-Modell-Polrad modifizieren
Jetzt der wichtige Teil.
Ausrichten
Die Polräder übereinandergelegt:
Schleifen
Mit dem Doppelschleifer ging das erstaunlich gut, auch die Kante:
Freilauf vom alten Polrad abgebaut:
8. Zusammenbau & Abdichten
Deckel abdichten
Da spät abends & kalt:
Am nächsten Morgen bei knapp über 0 °C:
Fazit
ich möchte hier meine komplette Erfahrung teilen, nachdem ich bei meiner GPZ 500 A Stator und Polrad wechseln musste – und dabei ein Polrad vom D-Modell so angepasst habe, dass es am A-Modell sauber funktioniert. Vielleicht hilft es jemandem, der vor den gleichen Symptomen oder demselben Umbau steht.
Vielleicht nimmt es ja auch dem einen oder anderen die Unsicherheit. Ich war mir anfangs selbst nicht sicher, ob ich mir den Umbau zutraue – aber im Nachhinein war es absolut machbar, wenn man sich Zeit nimmt und das nötige Werkzeug bereitlegt. So kann man vorher gut abschätzen, was man wirklich braucht und dass das alles kein Hexenwerk ist.
1. Ausgangsprobleme – die Symptome
Die Probleme haben sich bei mir langsam eingeschlichen:
- Licht wurde immer schwächer, besonders im Standgas
- Anlasser tat sich schwer, teils wirkte es wie blockiert
Rückblickend denke ich: durch lose bzw. abgeflogene Magneten im Polrad, die zeitweise am Stator schliffen – plus generell schwache Batterieladung
- Mit Griffheizung wurde alles deutlich schlimmer
- Die Batterie (alt) ließ sich irgendwann nicht mehr über 9 V laden.
Neue Batterie brachte nur kurz Besserung – die Symptome kamen wieder.
Ich habe dann eine USB-Steckdose mit Voltmeter installiert:
- Selbst bei hoher Drehzahl selten über 12,5 V
- Mit Licht/Blinker oft nur 10,5–11 V
- Direkt nach dem Laden der Batterie manchmal kurz 13,5 V (ohne Licht), aber die Spannung fiel danach wieder ab
2. Stator durchgemessen
Im Winter habe ich endlich alles sauber nachgemessen.
Stator-Widerstände (eingebaut):
- schwankend 0,3–0,4 Ohm
- teils kein Durchgang zwischen einzelnen Phasen
- Standgas: selten über 10 V AC
- 4.000–5.000 U/min: nur etwa 12–15 V AC
Damit war klar: Stator und/ oder Polrad = defekt.
3. Ersatzteile & Werkzeug
Über Kleinanzeigen habe ich besorgt:
- Polrad vom D-Modell
- Stator vom A-Modell (guter Zustand)
- Doppelschleifer → fürs Polrad-Umschleifen (15 € bei Kleinanzeigen)
- günstiger Akku-Schlagschrauber → für Polradschraube & Abdrückschraube (35 €)
- Schraubensicherung mittelfest (243)
- Mini-Gripzange (Bauhaus, 3–5 €)
- Bremsenreiniger, Tücher, Winkel/Geodreieck etc.
4. Zerlegen – der Blick ins Desaster
Bei ca. 5 °C habe ich mich ans Motorrad gestellt:
- Maschine nach rechts gelehnt
- Bugspoiler ab
- Seitenverkleidung ab
- Ritzelabdeckung runter
- Lichtmaschinendeckel ab und zur Seite geklappt
Am Stator auch Sichtbare Beschädigung von Spulen und Statorblechen.
Polrad abnehmen
- Polradschraube mit Schlagschrauber → absolut problemlos
- Abdrückschraube rein → Polrad ploppte runter
- Achtung: dünne, große Unterlegscheibe hinter dem Polrad nicht verlieren!
Deckel abstecken
Unter der rechten Seitenverkleidung:
- 3-poliger Stecker für den Regler
- kleiner Stecker für die Zündung
5. Stator ausbauen & erneuern
Die Innensechskant-Schrauben des Stators gingen schwer, aber lösbar.
Die Kreuzschlitzschrauben von Pickup & Kabelführung waren härter:
- alles entfettet
- außen mit Mini-Gripzange festgehalten
- oben mit passendem Schraubendreher gedreht
- zu zweit geöffnet → gut machbar
Neuen Stator eingesetzt, Kabel ordentlich verlegt und alle Schrauben mit Schraubensicherung versehen.
6. D-Modell-Polrad modifizieren
Jetzt der wichtige Teil.
Ausrichten
Die Polräder übereinandergelegt:
- T- und F-Markierungen decken sich perfekt (Kontrolle mit Geodreieck)
- die Nuten liegen ebenfalls übereinander
- den Steg vom alten A-Polrad exakt auf das D-Polrad übertragen
- das abzutragende Material markieren
Schleifen
Mit dem Doppelschleifer ging das erstaunlich gut, auch die Kante:
- Material sauber abgetragen
- erneutes Übereinanderlegen → Genauigkeit ca. ±1 mm
Freilauf vom alten Polrad abgebaut:
- Schrauben sehr fest → Schraubstock hilfreich
- Freilaufmechanik zerlegt & gereinigt
- Rollen, Federn, Hülsen kontrolliert
- leicht geölt
- wieder zusammengesetzt
8. Zusammenbau & Abdichten
- Kurbelwelle gereinigt
- Unterlegscheibe + neues Polrad montiert
- Polradschraube mit Schraubensicherung
- Schlagschrauber kurz & kräftig → fest
(Lehrbuch: Drehmomentschlüssel & blockieren – aber praktisch funktioniert das so auch.)
Deckel abdichten
Da spät abends & kalt:
- alte Papierdichtung am Deckel gelassen
- alles fettfrei gemacht
- dünne Raupe Dichtmasse aufgetragen
- Deckel montiert ohne Dichtmasse ins Polrad zu schmieren

- Schrauben über Kreuz angezogen
Am nächsten Morgen bei knapp über 0 °C:
- Start sofort
- Voltmeter zeigt 13,5 V im Stand mit Licht
- während der Fahrt → stabile Ladespannung
- Deckel → dicht
- spürbar weniger Vibrationen (klar: keine losen Magnete mehr)
Fazit
- Polrad + Stator waren komplett am Ende
- D-Modell-Polrad lässt sich problemlos anpassen, wenn man sauber misst
- Resultat: wieder volle Ladeleistung und spürbar ruhiger Motorlauf
- Zeitaufwand: halber Tag
- Kosten: gering wenn gebrauchte Teile und Werkzeug
- Erfolg: sehr zufriedenstellend

